Halbmarathon III : Zwischen scheitern und weiterkämpfen.

Halbmarathon III : Zwischen scheitern und weiterkämpfen.

21km…eine Distanz, die mir mittlerweile eigentlich keine Angst mehr einjagen sollte. Es aber trotzdem getan hat. Und das zu Recht. 

Etwas mehr als einen Monat liegt mein dritter Halbmarathon nun zurück und es wird Zeit eine Bilanz zu ziehen und mit mir selbst abzurechen. 

3 Wochen Vorbereitung

Die Entscheidung, dass ich bei dem Halbmarathon in Rostock mitlaufen werde, war eine sogenannte „Schnapsidee“ – zwar ganz ohne Schnaps, aber dennoch vielleicht nicht ganz durchdacht. Wenn ich jetzt so drüber nachdenken, dass ich meiner Mama am Telefon versicherte, dass 3 Wochen Vorbereitung schon reichen werden, hätte man denken können, dass mein Fitnesslevel gerade auf dem Höhepunkt sein sollte. Kurz durchgerechnet: Nein, ist es nicht. Das letzte Mal als ich meine Laufschuhe anhatte, muss im Februar gewesen sein. Also ein paar gute Monate.
Zwischen Prüfungsphase und Hausarbeiten habe ich mich dann also gezwungen, in Stuttgart eine Laufstrecke zu finden. 5km fand ich für den Anfang ausreichend – meine Ausdauer auch. Und so fand ich mich nach dem zweiten Training im Bett mit Magenkrämpfen wieder und zweifelte etwas an meiner Idee.

Dass es keine gute Idee ist, wusste ich eigentlich.

Wie läuft man also einen Halbmarathon ohne Vorbereitung? „Gar nicht“ sollte hier wahrscheinlich die richtige Antwort sein. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ich wäre…macht sinn oder? Was ich sagen will: Es hat mich in den Fingerspitzen gekitzelt und ich wollte mir unbedingt beweisen, dass ich es noch kann. In der Woche vor dem Halbmarathon habe ich mich dann noch zu zwei 7km Runden gezwungen. Wie sollte das nur klappen?

3…2…1…Startschuss 

Bei der Marathon-Nacht ging mir verschiedenste Gedanken durch den Kopf. Mein Ziel war es zumindest anzutreten. Selbst wenn ich nach 10km merken würde, dass es nicht geht, dann hätte ich es zumindest versucht.
Die ersten Kilometer waren nervig…ich hasse die Strecke durch den Warnowtunnel und bei der Hitze war die Luft so gut wie gar nicht vorhanden. Trotzdem ging es mir nach 10km noch sehr gut und ich habe mein Tempo ein wenig gedrosselt. Schließlich wollte ich an diesem Punkt noch weitere 11km laufen. 

Ich lief und lief und lief 

Kilometer 12, Kilometer 13, Kilometer 14, 15 und 16. Aus vergangen Läufen wusste ich: Ab Kilometer 16 kann es kritisch werden. Auf der Strecke kämpften viele Läufer gegen ihre Schmerzen und einige verloren langsam ihre Kräfte. So ging es auch mir. Ich nutzte wirklich jede Versorgungsstation um neue Kräfte zu sammeln, wollte mich von 5 weiteren Kilometern nicht einschüchtern lassen. Bei Kilometer 18 fing mein Bein an zu zwicken und das nicht gerade wenig. Ab Kilometer 19 wusste ich: „Ich schaff das nicht mehr“. 

Aufgeben?! 

Ich zog mich also an den Rand zurück, um andere Läufer vorbei zu lassen. Zog meine Kompressionsstrümpfe runter und fing an meine Beine zu schütteln und zu kneten. Im meinem Kopf ging einiges vor. Sollte ich wirklich wegen 2 Kilometern aufgeben? Würde sich das lohnen? Nur weil das blöde Bein nicht mehr will?
Nope, nicht mir mir! Ich zog meine Socken also wieder hoch, setzte mir ein Ziel und fand mich wenige Minuten auf dem Fußboden neben der Trinkstation im Ziel wieder. 

Keine Bestzeit, aber geschafft. 

Mit 2:16h ist es damit mein langsamster Halbmarathon. 5 Minuten später habe ich dann auch schon gemerkt, dass meine Beine das alles andere als lustig fanden. Trotzdem waren die Glücksgefühle mal wieder das Ganze wert. 

 

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