Meine Ernährungsumstellung

Dieser Beitrag liegt mir schon am Herzen, seitdem ich den Blog gestartet habe. Auch schon einige Monate ist er als Entwurf abgespeichert, doch ich war mir nie sicher, ob ich die richtigen Worte gefunden habe und ob ich mit meiner Zöliakie überhaupt alles richtig mache.
Vor Kurzem aber hatte ich ein Telefonat mit meinem Gastroenterologen und er versicherte mir, keine Antikörper mehr in meinem Blut finden zu können. Sprich, ich mache alles richtig und habe mich in dem letzten Jahr richtig ernährt. Das nehme ich nun als Anlass, euch meine Geschichte über die Ernährungsumstellung zu erzählen.

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Aber hier kommt der Anfang.

Ich habe schon vor meiner Diagnose versucht, meine Ernährung auf eine “cleane” Ernährungsweise umzustellen und somit wusste ich, was eine Ernährungsumstellung so mit sich bringen kann. Mich “clean” zu ernähren ist mir mal weniger und mal mehr schwer gefallen. Auch heute noch versuche ich mich größtenteils von frischen und wenig produzierten Lebensmitteln zu ernähren. Das gelingt mir irgendwie nicht immer, was für mich völlig in Ordnung ist, weil ich mir keinen Stress wegen sowas machen will.

Aber bei der Ernährung auf Gluten zu verzichten ist einfach unheimlich schwer und die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung hat mich sehr viel Mühe gekostet.

Es war und ist nicht immer leicht…

Im Sommer 2015 hatte meine Ärztin, auf Grund von sehr starkem Eisenmangel, den Verdacht, dass ich Zöliakie habe. Für mich war das der absolute Schock, weil ich nie damit gerechnet hätte, dass ich irgendwann mal auf irgendwelche Lebensmittel verzichten muss. Für jemanden der Pizza so sehr liebt wie ich, kann das ziemlich schwer sein.
Ab dem Zeitpunkt als der Verdacht bestand, habe ich damit angefangen, mich mit dem Thema “glutenfreie Ernährung” auseinander zu setzen und zu gucken, was das eigentlich für mich bedeutet. Auf Gluten verzichtet habe ich ab diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Ich hatte einfach keine Motivation ohne konkreten Befund Gluten von meinem Speiseplan zu streichen. Ich habe das Ganze nicht wirklich Ernst genommen und gehofft, dass die Magenspiegelung was anderes ergibt.

Erst als im Oktober 2015 nach einer Magenspiegelung feststand, dass es wirklich Zöliakie ist, habe ich angefangen das Ganze ernst zu nehmen. Zwar musste ich erstmal ordentlich weinen, weil mir einfach so viele Dinge im Kopf schwirrten, auf die ich in Zukunft verzichten sollte, dass das Ganze einfach unmöglich für mich schien.

Ich habe mir dann Bücher bestellt, im Internet recherchiert und mir ein letztes Mal sehr viele glutenhaltige Leckereien gegönnt. Ich musste einfach ein letztes mal die Dinge essen, die ich so sehr liebte. Danach habe ich von heute auf morgen keinen Bissen Gluten mehr gegessen.

Zumindest nicht bewusst.

Anfangs fiel es mir sehr schwer. Beziehungsweise es fiel mir schwer, nicht zu vergessen, dass ich gar kein Gluten essen darf. Viele Probleme kamen auch mit meinen Mitmenschen auf, weil diese teilweise nicht verstehen wollten, dass ich kein Gluten mehr essen darf. Vorher war es nach außen hin ja auch nicht schlimm gewesen.
Das waren Aussagen, die ich zu dem Zeitpunkt schwer gebrauchen konnte. Es war mir auch so leid, jeden zu erklären, wie schlimm es für meinen Körper ist, Gluten zu essen. Außerdem konnte ich mir selbst ja auch nicht erklären, warum mein Körper das nicht verträgt, schließlich hatte ich jahrelang Gluten gegessen und offenbar nichts gemerkt.

Ab und zu habe ich auch vergessen, auf die Verpackung zu schauen, weil ich dachte das Produkt sei glutenfrei. Manchmal wurde ich dann aber überrascht, nachdem ich es gegessen habe. Wie zum Beispiel als ich bei meiner Mama den Rahmspinat von Iglo gegessen habe und ich nach der zweiten Portion feststellen durfte, dass er doch nicht glutenfrei ist. Da war mein Ärger natürlich groß und ich konnte einfach nicht verstehen, warum man Weizenmehl in Rahmspinat macht.
Ab diesem Zeitpunkt habe ich mir fest vorgenommen alles zu checken und jeden zu fragen, ob Gluten irgendwo enthalten ist. Ich will mich nicht jedes Mal aufregen müssen, wenn doch mal wieder Gluten irgendwo enthalten ist und es in meinem Körper landet.
Bei manchen Produkten rechne ich trotzdem bis heute noch damit, dass sie glutenfrei sind und darf mich später ärgern, dass es doch nicht so war.

Zu dem Zeitpunkt, also ich noch sehr unerfahren mit der Zöliakie war, fiel auch meine Mittagspause sehr langweilig aus. Oft aß ich nur Reis mit Pesto oder Salat. Es hing mir einfach zum Halse heraus.
Ich beschloss also, dass ich etwas kreativer werden und neue Dinge probieren muss. Nach und nach habe ich ein Gefühl dafür entwickelt meine Mahlzeiten zeitig vorzubereiten und ausreichend mitzunehmen. Ich habe mich abends stundenlang in die Küche gestellt, mir Pläne geschrieben, gelernt mit der Diagnose umzugehen und diese in meinen Alltag zu integrieren.
Von da an stand auch die Idee für diesen Blog um mehr Motivation zu haben und Spaß am glutenfreien Kochen zu finden.

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Und wie ist es so?

Heute bin ich an einem Punkt, wo ich denke, mich mit der Zöliakie auszukennen. Zwischenzeitlich habe ich schon dran gezweifelt, weil meine Eisenwerte wieder sehr schlecht waren.
Trotzdem bin ich super glücklich damit und stolz darauf, mich innerhalb eines Jahres so sehr daran gewöhnt zu haben, dass ich auf Leute wirke, als lebe ich schon immer so.
Ich weiß nämlich, dass ich gar keine glutenhaltigen Lebensmittel brauche, um satt zu werden. Ich habe viele andere Lebensmittel und Gerichte gefunden, die genau die gleichen Gefühle in meinem Bauch auslösen, wie glutenhaltige.
Ich habe auch keine Angst mehr davor, bei Anderen zu übernachten, in der Sorge ich würde am nächsten Tag nichts zum Frühstücken zu finden oder Angst vor langen Tagen an denen man nicht zwischendurch zum Essen nach Hause kommt. Ich habe immer meine Tasche voll mit 20 Tupperdosen und für jede Gelegenheit etwas leckeres zu Essen dabei.

Ich bin glücklich kein Gluten mehr essen zu dürfen, weil es meinen Körper so viel Gutes tut und mir viel mehr Energie im Alltag verschafft.

1 Kommentar

  1. Marco
    8. Oktober 2016 / 9:10

    Schön, dass es deinen Blog gibt.
    Ich wünsche dir nicht nur dafür alles Gute und Durchhaltevermögen.

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